Die FAZ hat Angst vor Gewerkschaften, die Gewerkschaftsdinge tun – von Thomas Zimmermann

Shownotes

Der DGB will den Stellen- und Sozialabbau nicht einfach hinnehmen und die FAZ nennt das »Radikalisierung«. Sie hat offenbar keine Ahnung, wie viel mehr die Gewerkschaften historisch gefordert haben.

Artikel vom 11. Mai 2026: https://jacobin.de/artikel/dgb-faz-radikalisierung-gewerkschaften

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00:00:00: Die FAZ hat Angst vor Gewerkschaften, die Gewerksamsthinge tun.

00:00:05: Der DGB will den Stellen- und Sozialabbau nicht einfach hinnehmen... ...und die FAZ nennt das Radikalisierung!

00:00:13: Sie hat offenbar keine Ahnung wie viel mehr die Gewerkschaften historisch gefordert haben.

00:00:18: Von Thomas Zimmermann Gibt es sie etwa doch noch die guten Nachrichten?

00:00:23: Zumindest berichtet die FA Z von einer Radikalisierung des DGB.

00:00:28: Aber hinter der Paywall kommt die Ernüchterung.

00:00:31: Der Wirtschaftskorrespondent Dietrich Kreuzburg will diese vermeintliche Radikalisierung in dem Umstand erkennen, dass die Gewerkschaften es tatsächlich wagen sich den Angriffen auf acht Stunden Tag und Sozialstaat zu widersetzen.

00:00:45: Er findet auch Anstoß am diesjährigen DGB-Slogan zum ersten Mai.

00:00:49: erst unsere Jobs dann eure Profite.

00:00:52: Dabei handelt es sich eigentlich um eine komplett sozialpartnerschaftliche Parole, gesteht sie doch den Ausbeutungsinteressen der Arbeitgeberseite einen rechtmäßigen Platz zu wenn auch einen nachgeordneten.

00:01:04: Was sollten die Gewerkschaften aus FAZ sich denn sagen um als Boden ständig durchzugehen?

00:01:09: Na gut macht halt eure Profite streicht unsere Stellen.

00:01:12: wir schauen dann mal wo wir bleiben!

00:01:15: Die Gedankenlinien dieser Radikalisierung führen inzwischen geradeaus und ohne Vorbehalt findet Kreuzburg.

00:01:23: Wenn es nach ihm ginge, würde der DGB seinen Bundeskongress für eine grundlegende Kursbestimmung nutzen.

00:01:29: Er hätte gern dass sich Gewerkschaften insgesamt weniger als politische Lobbyorganisationen betätigen und wieder auf ihr ureigenes Handlungsfeld die Tarifpolitik besinnen.

00:01:41: Empfiehlt die FAZ eigentlich auch Unternehmen ihre Lobbyarbeit einfach mal sein zu lassen?

00:01:46: Wer sich ein Bild vom Ureigenen des DGB machen will, kann ja mal einen Blick in dessen Gründungsdokumente von newtzehnhundertneunundvierzig werfen.

00:01:54: Dort findet sich unter der Überschrift wirtschaftspolitische Grundsätze des Deutschen Gewerkschaftsbundes überraschenderweise nichts nach dem Motto aus der Wirtschaftspolitik halten wir uns raus!

00:02:05: Wir kümmern uns nur um Löhne.

00:02:07: ganz im Gegenteil.

00:02:08: Neben voll Beschäftigung, reichlicher Sozialversicherung und erweiterte Mitbestimmung forderte der DGB damals unter anderem auch eine Überführung der Schlüsselindustrie in Gemeinigentum.

00:02:19: Insbesondere des Bergbaus – der Eisen-und Stahlindustrie, der Großchemie, der Energiewirtschaft, der wichtigen Verkehrseinrichtungen und der Kreditinstitute.

00:02:30: Das muss richtig hart sein für das Sozialismusmeter der FAZ, dass schon bei erst unsere Jobs bis zum Anschlag ausschlägt.

00:02:37: In anderen Worten auf die Frage, du hast aber ganz schön radikale Ansichten.

00:02:41: Was?

00:02:42: Kann man als demokratischer Sozialist ruhig antworten?

00:02:45: Radikal ich?

00:02:46: Nein!

00:02:47: Ich bin doch einfach nur ein normaler DGB-Lehraller.

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