»Im Krieg ist Friedensaktivismus der größte Feind« – Interview mit Brigitte Rath

Shownotes

Die österreichische Journalistin Olga Misař war Teil der historischen Frauenbewegung und engagierte Kriegsdienstgegnerin. Die Historikerin Brigitte Rath erklärt, warum Frauen wie Misař in Zeiten globaler Aufrüstung wieder relevant werden.

Interview geführt von Almut Rochowanski (08. März 2026): https://jacobin.de/artikel/olga-misal-brigitte-rath-frauenbewegung-friedensbewegung-oesterreich

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Transkript anzeigen

00:00:00: Im Krieg ist Friedensaktivismus der größte Feind.

00:00:05: Die österreichische Journalistin Olga Miesage war Teil der historischen Frauenbewegung und engagierte Kriegsdienstgegnerinnen.

00:00:13: Die Historikerin Brigitte Rad erklärt, warum Frauen wie Miesages in Zeiten globaler Aufrüstung wieder relevant werden.

00:00:22: Interview mit Brigitte Rat geführt von Almut Rochowanski.

00:00:28: die Gegenwart ist von mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt.

00:00:33: Im Nahen Osten ist ein regionaler Krieg ausgebrochen, während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert andauert.

00:00:40: Gleichzeitig werden angebliche Friedensbemühungen vor allem von jenen Staaten angeführt, die selbst in militärische Konflikte verwickelt sind – etwa von den USA, die anderswo einen Angriffskrieg führen.

00:00:53: Parallel dazu ist ein neues Wettrüsten zu beobachten.

00:00:57: Auch in Europa werden die Rüstungsausgaben deutlich erhöht.

00:01:03: Mitten im Ersten Weltkrieg befand sich Europa in einer noch viel dramatischeren Situation.

00:01:09: Doch damals geschah etwas Bemerkenswertes.

00:01:13: Ein-tausend zweihundert feministische Friedensaktivistinnen aus kriegsführenden und neutralen Staaten reisten unter widrigsten Umständen nach den Haken, um dort an eine Friedenskonferenz teilzunehmen.

00:01:25: Eine Teilnehmerin war die Österreicherin Olga Misage.

00:01:29: Die achtzehnhundertsechsundsiebzig in Wien geborene Journalistin und Schriftstellerin engagierte sich nicht nur in der Frauenbewegung, sondern auch als gewaltlose Anarchistin und Kriegsdienstgegnerin.

00:01:40: Die Historikerin Brigitte Rath hat ein Buch über sie geschrieben.

00:01:44: Im Gespräch mit Jakobín erklärt sie, welche Bedeutung Misas Einsatz bis heute hat.

00:01:50: Soweit ich weiß war der Internationale Frauenkongress, die größte zivilgesellschaftliche Friedens-Initiative während des Ersten Weltkrieges.

00:02:00: Wie kam es dazu dass sich die Frauen dort trafen?

00:02:03: Und was haben Sie getan?

00:02:05: Viele Frauenorganisationen, die zu dem Zeitpunkt in ganz Europa und auch Amerika weitreichend aktiv waren – vor allem rund um das Frauenwahlrecht aber auch zahlreiche soziale Reformen gaben zu Beginn des Krieges ihre internationale Gesinnung oder Orientierung auf und setzten sich an der sogenannten Heimatfront ein, um ihre nationalen Pflichten zu erfüllen.

00:02:27: Heimatfrond ist ein stark gegenderter Begriff der die Front den kämpfenden Soldaten und die Heimatfront den Helfenden zuschrieb und schreibt.

00:02:36: Eine kleine Gruppe der sogenannten radikalen bürgerlichen Frauenbewegung führte die internationale Orientierung fort, und organisierte den Friedenskongress in Den Haag.

00:02:47: Diese Stadt war ja seit den Friedenstagungen des neunzehnten Jahrhunderts – besonders seit er von Zahn-Nikolaus dem zweiten, eighteenhundertneunundneunzig Einberufenen bekannt.

00:02:57: Den anreisenden Teilnehmerinnen machten ihre jeweiligen Regierungen die Anreise schwer.

00:03:02: Das verwundert nicht, denn im Krieg ist Friedensaktivismus der größte Feind.

00:03:07: Das ist wohl eine Konstante der Geschichte – wir spüren das ja auch in der jetzigen Situation!

00:03:12: Denn der militärische Diskurs muss erst Stimmung für den Krieg erzeugen — eine Erkenntnis, die Karl Kraus in seinem Stück die letzten Tage der Menschheit brillant sichtbar machen konnte.

00:03:23: Dennoch konnten über twelvehundert Frauen und einige Männer am Kongress teilnehmen, und forderten sofortige Friedensverhandlungen – Abrüstung, die Abschaffung von Zölln und die Freiheit der Meere – und wiederholten ihre bisherige Forderungen nach dem Frauenwahlrecht.

00:03:39: Sie thematisierten Vergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung ein bis dahin tabuisiertes Thema und machten somit die Verknüpfung von Krieg- und sexueller Gewaltssichtbar.

00:03:49: Auch das ist eine nach wie vor praktizierte Vorgangsweise!

00:03:53: Nach der Konferenz besuchten Frauendelegationen viele der am Krieg beteiligten Regierungen und informierten diese über ihre Forderungen.

00:04:01: Trotz freundlichen Empfangs gingen die Kriegshandlungen unbeirrt weiter, und führten zu den bekannten Ergebnissen mit geschätzten fünfzehn bis zweiundzwanzig Millionen Toten.

00:04:11: Dennoch Frauen hatten mit dieser Zusammenkunft die Grenzen der traditionellen Frauenpolitik überschritten und sich die Macht genommen in der sogenannten allgemeinen Politik einzugreifen, und deren Verzahnung mit ihren privaten Leben zum Ausgangspunkt gemacht.

00:04:26: Eine langfristige Entwicklung war die Weiterführung der internationalen Frauenfriedensarbeit.

00:04:31: aus dem Komitee für dauerhaften Frieden wurde beim zweiten internationalen Kongress in Zürich, die internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit EFFF oder Women's International League for Peace and Freedom WELPF.

00:04:49: Somit die älteste heute noch existierende internationale

00:04:52: Fraunfriedensorganisation.".

00:04:55: Damit kommen wir zu Olga Misaas über die du ein Buch geschrieben hast das vor einigen Monaten herausgekommen ist.

00:05:03: Sie war in den Haag als österreichische Delegierte.

00:05:08: Wie passt Ihre Biografie in die Geschichte der frühen Frauenbewegung, der Friedensbewegungen der Zeit aber auch in die Österreichische Geschichte?

00:05:17: Die Grazer Germanistin Beatrix Kampel-Müller verwies mich anlässlich ihrer Publikation Krieg ist der Mord auf Kommando.

00:05:25: Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte Bertha von Suthner und Pierre Ramos auf Olga Misars schriften.

00:05:33: Meine ersten Recherchen haben dann das Breite-Themen-Spektrum der Achtzehnhundertsechsundsiebzig in Wien, in die jüdische Textilhändlerfamilie Popper geborenen Journalistin, Schriftstellerin, Aktivistin der Frauen und Friedensbewegung sowie gewaltlosen Anarchistin und Kriegsdienstgegnerin gezeigt.

00:05:51: In einer von ihr mitgetragenen Arbeiterinnengruppe der EFFF versuchte sie, die Grenzen der bürgerlichen Zusammensetzung dieser Organisation zu erweitern.

00:06:00: Beim dritten Internationalen Kongress Der EFFF-Ninzehundertundzwanzig in Wien formulierte sie das Gelöbnis keinen Waffendienst zu leisten, also den Krieg in jeder Form zu bestreiken.

00:06:13: Damit nahm Sie die Devise der Neunzehnhundertachtzigerjahre – stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hinvorweg!

00:06:20: In der Folgezeit dehnte sie ihr Engagement auf den Bund der Kriegsdienstgegner aus und war in dessen internationalen Dachverband den War Resisters International WRI

00:06:30: vertreten.".

00:06:32: Dieses Engagement auf internationaler Ebene gab sie erst nineteenhundertsiebenunddreißig, als die Gewalt im spanischen Bürgerkrieg evident war.

00:06:40: Auch Ländergrenzen überschritt Olga-Missage häufig – Sie reiste im Auftrag der österreichischen EFFF-Gruppe zu dem im Juli nineteenhundzehnundzwanzig stattfindenden Zweiundzwannzigsten Universal Peace Congress in London.

00:06:55: Im Anschluss wurde eine große Demonstration der No More War Bewegung im Hyde Park organisiert.

00:07:01: Sechs große Umzüge trafen dort zusammen und es wurde von zwölf Bühnen gesprochen.

00:07:07: Olga Misasch war eine der Sprecherinnen, die einzige aus Österreich die transnationale gemeinsame geschlechtsspezifische Erfahrungen im Krieg betonte.

00:07:17: Ich habe ihnen erzählt dass wir gelitten haben wie sie das wir geknechtet und betrogen wurden wie Sie.

00:07:23: ich habe Ihnen vorgehalten dass das Volk vom Sieg nichts hat dass sie heute wie es ihre eigenen Redner bestätigten schlechter daran seien als vor dem Krieg und unter der Arbeitslosigkeit schwere Not zu erdulden hätten.

00:07:36: Ich erzählte, wie die Frauen auf der ganzen Welt das selbe Leid empfinden wenn Sie einen Gatten oder Sohn im Krieg verlieren Und wie sie deshalb vor allem berufen sein für den Frieden zu arbeiten.

00:07:47: Und schließlich teilte ich den Engländern mit, dass in meiner Heimat Tausende von Männern und Frauen entschlossen seien ihr ganzes Leben dem Kampf um den Frieden zu widmen.

00:07:56: Dass sie nie wieder kämpfen oder den Krieg unterstützen würden.

00:08:00: Und das diese Sicherheit sie in ihrem Entschluß bestärken möge auch auf englischer Seite in derselben Weise mit ganzem Herzen zu arbeiten.

00:08:08: Darüber berichtete sie begeistert in der anarchistischen Zeitschrift Erkenntnis und Befreiung.

00:08:14: Die englischen No More War.

00:08:16: Demonstrationen erregten durch ihre Inszenierungen mit Gruppen weiß gekleideter Mädchen und Frauen sowie einer Vielzahl von bestickten Fahnen große Aufmerksamkeit.

00:08:25: Und zeigten generell die Repräsentation von Frauenorganisationen in diesen Versammlungen.

00:08:36: Den umfassenden Aktivismus von Olga Misarz, den unbeirrt von Konflikten und Brüchen in den Organisationen, in denen sie tätig war, ihre Arbeit fortsetzte, fand ich erstaunlich!

00:08:47: Erstaunlich war auch, dass sich ihre zahlreichen schriftlichen Spuren kaum in der geschichtswissenschaftlichen Forschung aufspüren ließen.

00:08:55: Diese Lehrstelle machte mich neugierig.

00:08:57: Olga Missage hat in unterschiedlichen Bereichen Grenzen überschritten.

00:09:02: Gemeinsam mit der nineteenhundertzwanzig in der damaligen Pandemie verstorbenen Frauenrechtsaktivistin Leopoldine Kulka und anderen Wienerinnen fuhr sie zum Kongress in Den Haag bis zu ihrem Tod, nineteenhundertfünfzig im englischen Exil in Enfield bei London tätig.

00:09:23: Ninzehundertneunzehn veröffentlichte sie die sexualetische Schrift Neuen Liebesidealen entgegen, in der sie das heterosexuelle Zusammenleben außerhalb ehelicher Beziehungen skizzierte und dabei männliche Zuständigkeiten auf der Gefühlebene jenseits traditioneller hegemonialer Männerbilder thematisierte.

00:09:43: Sie forderte beispielsweise die Verantwortung der Männer für Kindererziehung.

00:09:48: Die ungleich verteilte Kehrarbeit ist heute immer noch stark thematisiert in den Geschlechterbeziehungen.

00:09:54: Ich wollte eine kritische Biografie schreiben, keine Hageographie.

00:09:59: Es gibt auch Ambivalenzen im Lebenslauf, die mich bedenklich gestimmt haben Beispielsweise ihre Argumentation zur Eugenik.

00:10:14: Wie kam es dazu, dass die Friedensbewegung des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts so von Frauen geprägt war?

00:10:22: Und zwar weltweit.

00:10:24: Frauen konnten in den allermeisten Ländern nineteen Hundert fünfzehn noch nicht wählen – und waren auch sonst in ihren Bürgerrechten und ihrer rechtlichen und sozialen Stellung enorm eingeschränkt.

00:10:37: Einen wichtigen Impuls erfuhr die Friedenzbewegungen durch Bertha von Sutner, deren Bestzeller die Waffen nieder diesem Thema weite Verbreitung sicherte.

00:10:46: Sie hatte das notwendige kulturelle und soziale Kapital, um sich an den Vorbereitungen zur Friedenstagung in Den Haag die Zernikolaus der zweite Achtzehnhundertneunundneunzig einberufen hatte zu beteiligen.

00:10:59: Die Zuerkennung des Friedens-Nobelpreises Ninzehundertfünf an Sudner verstärkte ihre Reputation – obwohl sie gleichzeitig als Friedensberter denunziert und lächerlich gemacht wurde wie die Historikerin Laurie Cohen in ihrer Zweitausendfünfpublizierten Untersuchung Gerade weil sie eine Frau sind, feststellte.

00:11:18: Zwischen Sutner und der Frauenbewegung gab es enge Zusammenarbeit und Verknüpfungen.

00:11:23: Nach Sutners Tod, nineteenhundertvierzehn wenige Wochen vor dem offiziellen Beginn des Ersten Weltkriegs führten die WILPF schrägstrich EFFF Frauen ihre Arbeit weiter.

00:11:35: Es war ihnen wohl bewusst dass Sie auf den Schultern einer Riesin standen.

00:11:40: Sutner hatte bereits Abrüstung und internationale Schiedsgerichte gefordert.

00:11:45: Warum denkst du, wissen wir so wenig über diese unglaublich beeindruckenden Aktivistinnen?

00:11:53: Es wurde in der Geschichtswissenschaft generell mehr über den Krieg geforscht als über den Frieden.

00:11:58: Krieg verkauft sich auch besser auf Buchtiteln als Friede – sowie die Abbildung der Hölle wie etwa auf einem mittelalterlichen Gemälde interessanter ist als die Abbildung des Himmels.

00:12:10: Innerhalb der Friedensbewegung und vor allem der Frauenfriedensbewebung gibt es dann natürlich viel mehr Interesse an Vordenkerinnen wie Missage.

00:12:20: Im letzten Jahrzehnt wurde die sogenannte feministische Außenpolitik populär, zunächst von Schweden-Zw.A.

00:12:26: ausgerufen – dann von anderen europäischen Staaten, unter anderem auch in Deutschland, von Annalena Baerbock.

00:12:34: In weiten Teilen der feministischen Friedensbewegung herrscht dazu aber Skepsis, auch Ablehnung.

00:12:40: Kein Wunder!

00:12:41: Weil gleichzeitig wurde von diesen Staaten Gelinde gesagt keine Friedenspolitik betrieben.

00:12:48: Inwiefern unterscheidet sich diese feministische Außenpolitik von den Ideen von Olga Miesage und ihren Mitdenkerinnen?

00:12:57: Olga Miezage erwarte sich viel von der Durchsetzung des Frauenwahlrechts, war jedoch bald enttäuscht als sie merkte dass die politische Repräsentation allein nicht viel bewegen konnte.

00:13:08: Die intensive Arbeit der sozialistischen Frauen im Parlament erkannte sie an, forderte aber stärkeres friedenspolitisches Engagement ein.

00:13:17: Dass mit dem Stichwort feministische Friedenspolitik weitere Waffenlieferungen in die Ukraine argumentiert und gerechtfertigt wurden, erscheint mir als totale Umkehr dieser Forderungen.

00:13:28: Weil ich mich als feministische und anti-militaristische Aktivistin oute, fragen mich Leute oft – und oft recht hämisch!

00:13:36: Wie denn ein feministischer Zugang den Krieg Russlands gegen die Ukraine oder den Kriegs-Israels und Amerikas gegen den Iran beenden würde?

00:13:46: Ich sage dann... dass die feministische Friedenstheorie kein Wundermittel ist, welches wir im letzten Moment – wenn der Krieg schon tobt und die Rüstung auf Hochtouren läuft – punktuell anwenden können.

00:13:58: Und dann löst sich alles in wohlgefallen auf!

00:14:01: Und wir gehen wieder zum Status quo ante zurück.

00:14:05: Feministische Friedensteorie UND Praxis erfordert eine fundamentale radikale Umbildung der Weltordnung.

00:14:12: Zum Beispiel müssten wir Militarismus ganz prinzipiell infrage stellen.

00:14:18: Als Aktivistin.

00:14:20: Und wie hätte es Olga Misage gesehen?

00:14:23: Was schreibt sie dazu?

00:14:25: Wie engagierte sie sich aktivistisch?

00:14:29: Das ist eine schwierige Frage!

00:14:32: Olga Misages ging davon aus, dass Kriege von Staaten aber nicht von den betroffenen Menschen selbst ausgingen.

00:14:38: In dieser Situation fordert der Staat das höchste was die Person zu geben hat – das Leben Dieses Leben für den Staat zu geben hielt sie für einen zu hohen Preis.

00:14:49: Das sehe ich auch so.

00:14:51: Dennoch, im Nationalsozialismus hielten viele EFFF-Aktivistinnen die Freiheit für wichtiger als den Frieden.

00:14:59: Letztlich konnte Hitler und sein Regime nur mit Waffengewalt ausgeschaltet werden.

00:15:04: Massage war dafür, den Völkerbund zu stärken – entsprechend vertritt WILPF eine Unterstützung und Stärkung der Vereinten Nationen heute.

00:15:13: WILPF hat von Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine Friedensverhandlungen gefordert und sich auch an einer Friedenstagung in Wien im Frühsommer-Zweitausendzweiundzwanzig beteiligt.

00:15:25: Ein weiterer Punkt betrifft die Verschränkung von Krieg als Verstärkung der Klima- und Umweltkrise, ein Zusammenhang auf den vor allem norwegische WILPPF Gruppen verweisen.

00:15:35: Dennoch – ich persönlich nehme mir nicht heraus ukrainischen Frauen zu sagen wie sie sich verhalten sollen.

00:15:41: Das würde mir zu paternalistisch erscheinen.

00:15:44: Es gibt einen Tag nach dem Krieg, je früher dieser beendet wird umso weniger Leid Tod Zerstörung wird angerichtet die ja noch weiter nachwirken.

00:15:53: Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren das im Gegensatz dazu Profite aus jedem Krieg gezogen werden.

00:16:00: Diejenigen die profitieren sind jedoch ganz andere als diejenigen die von den Zerstörungen betroffen sind.

00:16:06: Dass die momentane Aufrüstungsdiskussion in eine Periode ökonomischer Krise fällt, ist kein Zufall.

00:16:13: Die historische Parallele ist augenfällig!

00:16:16: Die Rüstungsproduktion in der Zwischenkriegszeit führte zum deutschen wirtschaftlichen Aufschwung der Neunzehnhundertreißiger.

00:16:23: Friedensaktivismus kann eigentlich nur in Friedenszeiten Erfolg haben – so dass es erst gar nicht zum Krieg kommt.

00:16:37: Dass wir den Diskurs für Frieden in unseren eigenen Umfeldern aufrechterhalten und diesem Militarismus, der uns überall zu umgeben scheint etwas anderes entgegensetzen müssen.

00:16:48: Auf die vernichtende Kraft des Krieges hinweisen.

00:16:51: Auch den Aktivistinnen in der Zwischenkriegszeit war klar dass sie die Ungerechtigkeiten in dieser Welt nicht beseitigen werden können.

00:16:58: Sie haben versucht dagegen anzukämpfen aber wir wissen wie die Geschichte ausgegangen ist.

00:17:04: Ob wir aus der Geschichte lernen können?

00:17:07: Ich bin da eher ein bisschen skeptisch.

00:17:09: Aber es ist ganz gut, wenn wir Bescheid wissen wo wir herkommen um zu wissen, wo wir hingehen können und wo sich die Sackgassen befinden damit wir in diese nicht hineintappen.

00:17:19: Eine weitere Lehre ist das feministische Friedensorganisationen so sind wie die Gesellschaft um sie herum.

00:17:26: Es gibt Brüche und Konflikte Und wir müssen lernen mit diesen Umzugehen und uns Freundschaftsnetzwerke nicht kaputt machen zu lassen.

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