Ein Bruno Kreisky fällt nicht vom Himmel – von Magdalena Berger

Shownotes

Heute jährt sich der Geburtstag von Österreichs legendärem Kanzler Bruno Kreisky zum 115. Mal. Viele wünschen sich Sozialdemokraten seines Formats zurück. Doch seine Leistungen wären nicht möglich gewesen ohne die starke Arbeiterbewegung, die ihn formte.

Artikel vom 22. Januar 2025: https://jacobin.de/artikel/kreisky-oesterreich-sozialdemokratie

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00:00:00: Ein.

00:00:00: Bruno Kreisky fällt nicht vom Himmel.

00:00:03: Heute jährt sich der Geburtser von Österreichs legendären Kanzler Bruno Kreisky zum onehundertfünfzehnten Mal.

00:00:11: Viele wünschen sich Sozialdemokraten seines Formats zurück.

00:00:14: Doch seine Leistungen wären nicht möglich gewesen ohne die starke Arbeiterbewegung, die ihn formte.

00:00:20: Von Magdalena Berger.

00:00:23: Bruno Kreisky, der längst gediente Kanzler Österreichs, wäre heute einhundertfünfzehn Jahre alt geworden.

00:00:28: Um kaum einen österreichischen Politiker ranken sich so viele Mythen wie um ihn.

00:00:34: Kreiski, schau ober.

00:00:36: Kreiski, schau herunter.

00:00:38: Wurde sogar zu einer beliebten Redewendung, um den Ex-Kanzler zu beschwören, wenn die irdischen Sozialdemokraten wieder einmal gegen ihre Prinzipien verstießen.

00:00:48: Es gibt zig Anekdoten, mit denen man die Bedeutung Bruno Kreiskis für die österreichische Geschichte und Gegenwart illustrieren könnte.

00:00:57: Der Schriftsteller Robert Menasse zum Beispiel erinnert es sich daran, die Wiederwahl Kreiskase am sechsten Mai, neunzehnhundertneunundsiebzig als linksextremer Student, mit dem damals ebenfalls noch linksextremen Philosophen Konrad Paul Liesmann beim Weinkauf im Arschfeld gefeiert zu haben, in trauter Einigkeit mit dem örtlichen Weinbauern und dem Dorfpolizisten, im Jahr zwei tausendzechsundzwanzig eine unvorstellbare Lesung.

00:01:28: Die bekannte Scheidungsanwältin Helene Klar erklärte vor einigen Monaten gegenüber Jacobin.

00:01:33: Sie habe in den Neunzehnthundertsebziger geglaubt, wenn der Kreiski noch einmal wiedergewählt würde.

00:01:38: Stünde der Sozialismus vor der Tür.

00:01:41: Und erst Anfang Jänner dieses Jahres titelte die konservative Tageszeitung, die Presse Kreiski würde Kickel schlagen.

00:01:50: Sechsunddreißig Jahre nach seinem Tod ist Bruno Kreiski immer noch allgegenwärtig.

00:01:55: Besonders für Linke in Österreich, die in den vergangenen Jahrzehnten wahrlich keine großen Fortschritte durchsetzen konnten, wirkt die Ära Kreisky heute wie ein Land von Milch und Honig.

00:02:05: Herrschte doch eine Politik, die Vollbeschäftigung ins Zentrum rückte, Frauenpolitik institutionalisierte, den Zugang zur Bildung erleichterte und die österreichische Neutralität gezielt als Instrument der Friedenspolitik nutzte?

00:02:21: Es ist sehr einfach, diese grundsozialdemokratische Politik der arbeitenden Bevölkerung etwas von Kuchen abzugeben, heute zu verklären.

00:02:30: Dabei war ihr Architekt Bruno Kreisky, zwar zweifelsohne ein begabter Politiker, aber eben auch Produkt einer Arbeiterbewegung, die es so heute nicht mehr gibt.

00:02:41: Kind einer Weltstadt.

00:02:45: Als Bruno Kreisky, Ninzehnthundert-Elf, im fünften Wiener Gemeindebezirk geboren wird, gibt es den Vielvölkerstaat Österreich Ungarn noch.

00:02:52: und das heute so schnarchige und ideenlose Wien war eine intellektuelle und künstlerische Weltmetropole.

00:02:59: Ich habe mich immer als Ergebnis jenes gewaltigen Melting-Pott gefühlt, der die Monarchie nun einmal war, schreibt Kreisky über seine Herkunft in seinen Memoen.

00:03:10: Als Ergebnis einer brodelne Mischung von Deutschen, Slavin, Margarin, Italienern und Juden.

00:03:17: Der Sprößling einer assimilierten jüdischen Wiener-Familie kam als Gymnasias das erste Mal mit der Sozialdemokratie in Berührung.

00:03:25: Dort empfing man ihn wegen seiner Herkunft aus dem Großbürgertum nicht gerade mit offenen Armen, aber der junge Bruno Kreisky arbeitete sich schnell in der Organisation nach oben.

00:03:35: Ab den späten, neunzehnhundertzwanziger Jahren erlebte Kreisky einen sozialdemokratischen Rückzug vor der aufsteigenden Rechten.

00:03:43: An den Februar kämpfen, Als sich die Arbeiterbewegung gegen die Repression durch das ausrophaschistische Regime von Bundeskanzler Engelbert Dolphus zur Wehr setzte, beteiligte sich Kreisky zwar nicht als Kämpfer, aber als Kurier.

00:03:59: Trotz des Parteiverboots betätigte er sich weiter als Sozialdemokrat, wofür er nineteenhundertfünfunddreißig verhaftet und zu einem Jahr Kerker verurteilt wurde.

00:04:09: Aus dieser Zeit rührt auch seine lebenslange Ablehnung für die christlich-sozialen die er Zeit seines Lebens mehr gehasst haben soll als die Nazis.

00:04:18: Der Hasd auf Dolphus war stärker als die Angst vor allem anderen, zitiert ihn sein Wegepferde.

00:04:24: Der Diplomat Wolfgang Petrisch, der die ausführlichste Kreiski Biografie geschrieben hat.

00:04:29: Kreiski gelang es noch einen Tag vor dem Anschluss Österreichs an Deutschland zum Doktor zu promovieren, bevor er im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März, und im März.

00:04:43: Ich wollte kein Davonlaufer sein, weder damals noch irgendwann sonst in meinem Leben, schreibt er im Rückblick.

00:04:51: Aber er hatte auch erkannt, dass es für ihn als Juden und Sozialisten im nationalsozialistischen Österreich keine Überlebenschance gab.

00:04:59: Die Geschichte gab ihm recht.

00:05:01: Fünfundzwanzig seiner Ängsten verwandten sollten später von den Nazis ermordet werden.

00:05:06: Kreiski weigerte sich in seinem späteren Leben stets der österreichischen Bevölkerung eine kollektive Schuld für diese Verbrechen zu geben.

00:05:15: Seine machtaktische Milde gegenüber den kleinen Nazis war eine Voraussetzung für seinen späteren politischen Erfolg, der gleichzeitig eine Aufarbeitung der Vergangenheit im Weg stand.

00:05:26: Wer kann sich zum Richter machen über die Menschen dieser Zeit, schreibt er in seinen Ummemoren.

00:05:32: Doch nur der, der die Verhältnisse selbst gesehen hat, der die Verzweiflung der Menschen mitempfunden hat, und ihre brennende Sehnsucht nach Arbeit, dass auch die einfachen Österreicherinnen und Österreicher nicht einfach von den Umständen zu Nazis gemacht wurden, sondern aktiv handelnde Waren fehlt in dieser Analyse.

00:05:55: Im Exil blieb Kreiski weiter politisch aktiv als Chef der österreichischen Sozialisten in Schweden und als Journalist.

00:06:03: Zu seiner Arbeit zählte auch die Vernetzung mit anderen Sozialdemokraten.

00:06:08: Der prominenteste unter ihnen ist Willy Brandt, mit dem er eine internationale Arbeitsgemeinschaft gründete.

00:06:14: Die kleine Stockholmer Internationale.

00:06:18: Gemeinsam überlegten sie, wie Europa nach dem Krieg aussehen könnte.

00:06:22: Wir sind damals enge Freunde geworden.

00:06:24: Eine Freundschaft, die sich im Laufe der Jahre noch verstärkt hat, schreibt Kreiski über Brandt.

00:06:30: Viele spätere Erfolge in Österreich und Deutschland führt er auf die beträchtliche Gedankenarbeit mit Farbevöln, mit Brandt.

00:06:38: in Schweden zurück.

00:06:41: Die Ära Kreisky.

00:06:42: In den letzten Jahren kam Kreisky nach Wien zurück, wo er wenige Jahre später erst Staatssekretär und dann Außenminister wurde.

00:06:52: Eine noch größere Karriere rechnete er sich nicht aus.

00:06:56: Noch in den letzten Jahren erinnert sich die Publizistin Traudlbrandstädter in Petrichs Kreisky Biografie.

00:07:03: Wissen Sie, ich als Jude und als Immigrant kann in Österreich zwei Posten nicht bekommen.

00:07:09: den SPÖ-Vorsitz und dem Bundeskanzler.

00:07:14: Wenige Wochen später stand er an der Spitze der Partei, drei Jahre später an der Spitze des Landes.

00:07:21: Reiskies Karriere ist untrennbar verbunden mit der Zeit, in der er Politik machte.

00:07:26: Schon bevor er Kanzler wurde, veränderte sich Österreich massiv.

00:07:31: In den neunzehntsechziger Jahren wandelte sich das Land binnen einer Dekade von einem Agrar zu einem Industriestart.

00:07:41: Und das Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse, die sich vor allem in der verstaatlichten Industrie in den siebziger Jahren wohl zum letzten Mal als solcher Begriff, schreibt Petritsch, verlieh der SPÖ Selbstbewusstsein und den notwendigen Rückhalt für reformerischen Gestaltungswillen.

00:08:01: Der sozialdemokratische Reformwille durchdrang fast alle Lebensbereiche.

00:08:05: Zentral waren aber die massiven Wohlstandsgewinne.

00:08:08: die er der österreichischen Bevölkerung ermöglichte.

00:08:11: Im Kern von Kreiskis Wirtschaftspolitik standen eine antizyklische Budgetpolitik und Defizit-Spending, eine Kompromisslösung zwischen den Sozialpartnern und ein starker Fokus auf Vollbeschäftigung.

00:08:26: Legender ist Kreiskis Ausspruch aus dem Wahlkampf, in dem er erklärte, dass ihm ein paar Milliarden Schillingschulden weniger schlaflose Nächte bereiten als ein paar Hunderttausend Arbeitslose.

00:08:39: Das Kreisgie so einen starken Fokus auf Vollbeschäftigung legte, ist kein Zufall, sondern aus seiner Biografie erklärbar.

00:08:46: Er wusste ganz genau, welche Konsequenzen die Massenarbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise, und die Arbeiterbewegung im Speziellen hatten.

00:09:01: Die Erfahrungen der neunzehnhundertzwanziger Jahre hatten ihn überhaupt erst zum Sozialismus gebracht.

00:09:08: Das Erlebnis der letzten Kriegsjahre, die Inflation, die Entwertung aller Werte, die Arbeitslosigkeit, alles das hatte mich aufgerüttelt und in mir das Bedürfnis geweckt, diesem Phänomen auf den Grund zu kommen, erinnert sich Kreisky.

00:09:25: Für ihn war immer klar, dass die Maßenarbeitslosigkeit Europa in die Krise und letztlich zum Zweiten Weltkrieg geführt hatte.

00:09:34: Darum verteidigte er die Politik der Vollbeschäftigung auch wie der so mancher scheinbarer ökonomischer Rationalität, wie Petritsch, schreibt.

00:09:44: Hans Seidel, der im letzten Kabinett Kreiskies als Staatssekretär tätig war, prägte den Begriff Austro-Kanisianismus für diese Politik, die Österreich international viel Lob und einen Ruf als Insel der Seligen einbrachte.

00:09:59: Viele Errungenschaften wurden so stark institutionell verankert, dass der österreichische Sozialstaat immer noch zu den stärksten der Welt zählt.

00:10:08: Obwohl die rechtsextreme FPÖ alle paar Jahre gemeinsam mit der ÖVP in der Regierung sitzt, neben kinesianischer Wirtschaftspolitik setze Kreisky auch auf eine progressive Gesellschaftspolitik, die bis heute nachwirkt.

00:10:23: Dazu zählen etwa die Fristenlösung, die einen Schwangerschaftsabbruch in den ersten drei Monaten straffrei macht oder die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern.

00:10:34: Zur selben Zeit wurde die Homosexualität weitgehend entkriminalisiert und uneheliche Kinder wurden ehelichen gleichgestellt.

00:10:45: Sonnenkönig Umwalzer Tito.

00:10:49: Während seiner Kanzlerschaft war Kreisky so allgegenwärtig wie wohl kein österreichischer Kanzler vor und nach ihm.

00:10:57: Heute kann es selbst politisch interessierten Menschen passieren, dass ihnen der Name des aktuellen Bundeskanzlers entfällt.

00:11:04: Christian Stocker übrigens?

00:11:06: In das erzählen Zeitzeuginnen der Kreiski-Ära heute etwas scherzhaft.

00:11:13: Sie hätten sich als Kinder gefragt, ob es im Radio eigentlich auch einmal eine Sendung ohne diesen Kreiski zu hören gebe.

00:11:20: Für die SPÖ selbst hatte das Überschein des Sonnenkönigs nicht nur positive Folgen.

00:11:26: Immer wieder wurde der Partei vorgeworfen, sich in einen starren Kanzlerwahlverband zu verwandeln und ohne Kreiski politisch ideenlos zu sein.

00:11:36: Am stärksten brachte dieses Verhältnis wohl der Schriftsteller Thomas Bernhardt auf den Punkt.

00:11:41: Einandekreiski in einem Wutbrief an die Zeit.

00:11:43: einmal einen gewohnheitsmäßig geliebten Abonnementbundeskanzler mit dem besten Schmäh, der keinem nützt und keinem schadet, eine süßsauere Art von Salzkammergut und Walzertito, eine sehr österreichische Auseinandersetzung, zu der Kreiski sich zwar kaum öffentlich äußerte, sich aber doch dazu hinreißen ließ Bernhard ein klein Bürger zu nennen.

00:12:07: Dabei brachte Bernhard in seiner Polemik etwas auf den Punkt, dass die gesamte Nachkriegsgeschichte Österreichs prägte und von Kreiski wie von keinem anderen gepredigt wurde.

00:12:17: Die Liebe zum Kompromiss, zum klassisch österreichischen dazwischen, insbesondere zum Kompromiss zwischen Kapital und Arbeit, der sich in der zweiten Republik insbesondere in der Sozialpartnerschaft manifestierte.

00:12:31: Aber dieser Umgang zeigte sich auch in anderen Kontexten, etwa gegenüber der Studentenbewegung, die in Österreich aufgrund ihrer vernachlässigbaren Größe oft als Mai-Lüfterl bezeichnet wurde.

00:12:45: Im Gegensatz zu Deutschland, wo linksradikale staatliche Repressionen ausgesetzt waren, setzte Kreis G. in Österreich auf Integration.

00:12:55: Der Achtundsechzige Aktivist Fritz Keller erklärte einmal, Kreiski habe eine sehr entwickelte repressive Toleranz gegenüber den rebellischen Nachkommen angewandt.

00:13:05: In der Praxis sah das so aus.

00:13:06: Den jungen Aufmüpfigen erzählte er von seinen Kontakten zu Fidel Castro und Che Guevara, lud sie zum Essen ein und dort wurde dann die Frage diskutiert, ob man nicht im Fortinstitut oder in der Arbeiterkammer ein viel besseres berufliches Fortkommen haben könnte.

00:13:22: In der Konsequenz band er eine ganze Generation von jungen Rebellen an die Sozialdemokratie.

00:13:27: Der Publizist Robert Miesig sagt, die Partei habe die Linksradikalen einfach eingefangen und für ihre Publikation die Arbeiterzeitung schreiben lassen.

00:13:37: In jedem Fall eine erfolgreichere Strategie als der deutsche Radikal-Innerlass.

00:13:44: Dass Österreich nur fünfundzwanzig Jahre nach dem Ende des Holocausts einen jüdischen Kanzler bekam, liegt auch daran, dass Bruno Kreisky ein komplexes Verhältnis zu seinem Judentum pflegte.

00:13:55: Er sah sich in erster Linie als Österreicher, das Judentum aber war ihm eine vom Holocaust verursachte Schicksalsgemeinschaft, schreibt Petritsch.

00:14:05: Trotz des Holocausts blieb sein Judentum in der Zeit vor den Zweiten Weltkrieg verhaftet.

00:14:10: Darum sah er auch keinen Grund, einen Grund, sonderlich solidarisch mit Israel zu sein.

00:14:16: Tatsächlich war der Außenpolitiker Bruno Kreisky immer wieder eine Persona non grata in Israel.

00:14:21: Und der älteren Israelis ist er heute noch verhasst.

00:14:25: ersetzt es sich schon früh für eine palästinensische Staatlichkeit ein.

00:14:29: Sein erklärtes Ziel war es, einen politischen Weg zur Lösung des Nah-Host-Konflikts zu finden.

00:14:36: Als drei jüdische Emigranten, die über Österreich und die Sowjetunion nach Israel ausreisen wollten, im Marchek von der PLO entführt wurden, ging er innerhalb kürzester Zeit auf die Forderungen der Geiselnehmer ein und ließ das Durchgangslager schöner ausschließen.

00:14:55: Der Transit wurde jedoch bald darauf an anderer Stelle fortgesetzt.

00:14:59: Kreiski war, auch wenn ihm das häufig zugeschrieben wird, kein ideologischer Antizionist, sondern einfach ein Nicht-Zionist.

00:15:07: Aber auch das ist in der heutigen SPÖ nicht mehr auffindbar.

00:15:12: Kreiski war kein Zufall.

00:15:15: Die Kultur jener Sozialdemokratie, in der Bruno Kreiski sozialisiert wurde, die jeden Bereich des Lebens durchdrang, ist heute ein Relikt der Vergangenheit.

00:15:25: Mit dem Niedergang der Industrie sinken seit den Neunzehnhundertachzigern die sozialdemokratischen Wahlergebnisse.

00:15:32: Das Arbeitervereinsleben und die zahlreichen Vorfeldorganisationen der SPÖ sind massiv geschrumpft.

00:15:40: Und auch Kreiski geistert in erster Linie als Mythos durchs Land.

00:15:42: Was aber sicher ist, wohl kein österreichischer Spitzenpolitiker der Gegenwart wird fünfunddreißig Jahre nach seinem Tod noch so vielen Menschen ein Begriff sein wie Bruno Kreiski.

00:15:55: Heute.

00:15:56: Viele österreichische Linke mögen sich einen Sozialdemokraten von Kreiskis Format zurückwünschen.

00:16:02: Doch solches sozialistischen Politiker fallen nun mal nicht vom Himmel, sondern wachsen aufgrund einer Arbeiterbewegung, wie es sie heute nicht gibt.

00:16:11: Wer eine Sozialdemokratie wie unter Kreiski erleben will, sollte sich darum nicht in erster Linie nach einer charismatischen Führungsfigur sehen.

00:16:23: sondern nach einer Bewegung, die stark genug ist, solches Personal hervorzubringen und es entgegen aller Wahrscheinlichkeit an die Macht zu bringen.

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